| Die wechselvolle
Geschichte des Obst- und Gartenbauvereins Otting beginnt im Jahr
1904. Wie aus dem Original-Protokoll zu erfahren ist, hat im
August desselben Jahres Bürgermeister Thomas Eglseer, Wintermoning,
zu einer Gründungsversammlung eingeladen. um in der Gemeinde
Otting einen Obstbauverein zu gründen. Sinn und Zweck des Vereins
ist, so die "Statuten", die Pflege und Förderung des Obstbaues in
Otting. Insgesamt erklären 12 Personen ihre Mitgliedschaft. Der
Mitgliedsbeitrag beträgt 1.00 DM. Als 1. Vorstand wurde Josef
Seehuber, Ökonom aus Tettelham gewählt. Zum Stellvertreter wählten
die Gründungsmitglieder Johann Burgraf, Schmied in Holzhausen. Das
Amt des Schatzmeisters übernahm der Ökonom Johann Schneider,
Tettelham. Als Schriftführer fungierte der Ottinger Lehrer
Gottfried Eder und Beisitzer ist Johann Perschl, Ökonom in
Sprinzenberg. Vor dem zweiten Weltkrieg übernahm dann Stephan
Erlacher das Amt des 1. Vorsitzenden. Baumwart war Johann Zenz aus
Mooshäuser. Während des Krieges kam die Vereinstätigkeit zum
Erliegen. Erst 1950 bemühte sich der damalige Gartenbauinspektor
Leopold Balleisen aus dem Landkreis Laufen um eine Wiederbelebung
des Vereins. Franz Radecker, er war Lehrer in Otting, berief noch
im gleichen Jahr die erste Versammlung nach dem Krieg ein. Bei der
Wiedergründung des Obst- und Gartenbauvereins Otting wurde Peter
Hobmayer aus Scherzhausen zum 1. Vorstand gewählt. Das Amt des 2.
Vorstandes übernahm Alois Fellner, Pfarrerschweizer in Otting.
Kassier wurde Friedrich Poller, Mooshäuser und Schriftführer Hans
Zahnbrecher aus Wintermoning. Der Obst- und Gartenbauverein Otting
entwickelte schnell wieder ein aktives Vereinsleben. Am 15 April
1952, so die Chronik, zählt der Verein bereits 33 Mitglieder. 1958
wird Hans Zahnbrecher, Landwirt in Wintermoning, 1. Vorstand des
Vereins. Sein Stellvertreter ist weiterhin Alois Fellner. Mitte
der 60 iger Jahre übernimmt dann Friedrich Poller das Amt des 2.
Vorstandes.
1972, anlässlich der Gemeindegebietsreform wird
der Landkreis Laufen aufgelöst. Der Obst- und Gartenbauverein
Otting wird in den Kreisverband Traunstein für Gartenbau und
Landespflege eingegliedert. Am 1. Februar 1973 zählt der Verein
insgesamt 54 Mitglieder. 135 DM müssen als Beitrag an den
Landesverband abgeführt werden.
Am 7. März 1979, bei der Frühjahrsversammlung im Gasthaus "Krautenbacher"
in Holzhausen, stellt sich Georg Unterhauser als neuer
Kreisfachberater im Landkreis Traunstein vor. Er hat 1978 das Amt
von seinem Vorgänger, Martin Mayer, übernommen. Georg Unterhauser
hält einen interessanten Lichtbilder-Fachvortrag zum Thema
"Obstanbau im Hausgarten". An der Schulsportwiese werden zum Tag
des Baumes am 12. April 1980, gemeinsam mit der Schule insgesamt 8
Stück Winterlinden gepflanzt. Maria Sturm aus Dankerting wird bei
der Versammlung am 10. März 1981 als 100. Mitglied geehrt.
Anlässlich des 50 jährigen Priesterjubiläums von Pfarrer Jäger im
1983 beteiligt sich der Obst- und Gartenbauverein an den
Feierlichkeiten.
Am 9.März 1990 wird Georg Unterhauser aus Straß zum 2. Vorstand
gewählt. Georg Unterhauser wird Nachfolger von Friedrich Poller,
der sein Amt als 2. Vorstand nach mehr als 25 Jahren zur Verfügung
stellt. Friedrich Poller wird für seine Verdienste um den
Gartenbauverein Otting mit der "Goldenen Ehrennadel" des
Landesverbandes ausgezeichnet. Der Mitgliederstand beträgt
insgesamt 133.
Anlässlich des 50 jährigen Bestehens der Musikapelle Otting im
Jahr 1991 gestaltet der Gartenbauverein eine mit tausenden von
Tagetesblüten geschmückte "Blumen-Lyra" aufgebaut auf einem
Festwagen. Beim Festumzug des Sportvereins, anlässlich seines 25
jährigen Bestehens im gleichen Jahr, ist der Gartenbauverein
ebenfalls mit einem Festwagen, mit dem blumengeschmückten
Vereinswappen des Sportvereins, vertreten. Wer hat den größten
Kohlrabi, hieß das Motto des ersten Kinderwettbewerbs 1992, bei
dem sich 55 Kinder beteiligten. Mit einem Kohlrabigewicht von 8600
g erreichte Barbara Schemmer aus Otting den 1. Platz.
Ein besonderer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte des Obst- und
Gartenbauvereins Otting war das 90 jährige Vereinsjubiläum. Mit
einem großen Festabend am 29. September 1994 im Gasthaus
"Oberwirt" in Otting wird das 90 jährige Bestehen des
Gartenbauvereins würdig gefeiert. Für die Musikalische Umrahmung
sorgt die Blaskapelle Otting unter Leitung von Josef
Schreckenbauer jun. 1. Vorstand Johann Zahnbrecher berichtet über
die wechselvolle Geschichte des Gartenbauvereins. Reimund Richly, 1. Vorsitzender des Kreisverbandes Traunstein für
Gartenbau und Landespflege würdigt in seiner Festansprache die
vielfältigen Aktivitäten des Jubelvereins und überbringt als
Geburtstagsgeschenk einen Gutschein für einen heimischen Laubbaum
im Wert von 700 DM. Friedrich Poller, er ist seit 1952 Mitglied im
Verein und war bis 1990 zweiter Vorstand, wird für seine
langjährigen Verdienste um den Gartenbauverein zum Ehrenmitglied ernannt. 2. Vorstand
Georg Unterhauser führte als Ansager durch das Programm. Eine
schön gestaltete Obstausstellung bildete den Saalschmuck.
Johann Zahnbrecher, er führte 37 Jahre lang die Geschicke des
Obst- und Gartenbauvereins Otting, gibt 1995 das Amt des 1.
Vorstande ab. Bei der Versammlung am 21. März 1995 wird der
bisherige
2. Vorstand Georg Unterhauer aus Straß, einstimmig zum
neuen 1. Vorstand gewählt. 2. Vorsitzender wird Fritz Mayer aus
Tettenberg. Das Amt des Kassiers übernimmt Hedwig Trattler,
Tettelham und, Schriftführerin ist Marianne Schuhbäck aus Otting.
Bei der Frühjahrsversammlung am 4. März 1996 kann 1. Vorstand
Georg Unterhauser insgesamt 38 Neumitglieder begrüßen. Rupert
Blank, Molbaum, ist das 200. Mitglied im Gartenbauverein.
Anlässlich der Verabschiedung von Bürgermeister Alois Heigermoser
veranstaltet der Gartenbauverein, gemeinsam mit der Schule, am 26.
April 1996 einen Tag des Baumes. Vor dem Schulhaus wird ein
hochstämmiger Lindenbaum gepflanzt. Im Rahmen des 1. Waginger
Kinderferienprogramms veranstaltet der Gartenbauverein eine
Zugfahrt zum Naturkunde- und Mammutmuseum in Siegsdorf. 36 Kinder
nehmen teil und sind begeistert.
Mit der Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht in
Traunstein 1996, heißt der Gartenbauverein jetzt "Verein für
Gartenbau und Landespflege Otting e.V.". Unter dem Motto "eigenes
Obst ist eigener Saft" organisiert der Gartenbauverein im Herbst
1996 auf dem Hof der Fam. Blank in Molbaum erstmals einen so
genannten Obstpresstag. Insgesamt werden ca. 50 Zentner Obst
angeliefert. 1623 Liter bester naturtrüber Apfelsaft werden
ausgepresst.
Anlässlich des 25 jährigen Bestehens der Blaskapelle Jung-Otting
am 10. August 1997 beteiligt sich der Gartenbauverein beim
Festumzug mit einem Festwagen mit einer blumengeschmückten Lyra.
Bei der Frühjahrsversammlung am 23.3.1998 wird Frau Irene Mayer, Otting, als 250. Mitglied ausgelost. Während der letzten drei
Jahre haben 83 Mitglieder ihren Beitritt zum Verein erklärt. Mit
der Pflanzung einer Baumallee, bestehend aus 8 Lindenbäumen, sowie
der Eingrünung des neuen Spielplatzes an der Pfarrer-Jäger-Strasse,
leistet der Gartenbauverein einen wichtigen Beitrag zur Ortsverschönerung. Seit Einführung der jährlich stattfindenden
"Obstbaum-Sammelbestellung" im Jahr 1991, wurden im Vereinsgebiet
bisher 431 Stück robuste Obstbäume neu gepflanzt.
Johann Zahnbrecher, er war von 1950 bis 1958 Schriftführer und von
1958 bis 1995, also 37 Jahre, erster Vorstand, in Anerkennung
seiner Verdienste um den Gartenbauverein Otting zum Ehrenvorstand
ernannt.1. Vorstand Georg Unterhauser würdigte in einer Laudatio
die großen Leistungen und überreichte Zahnbrecher die
Ehrenurkunde.
Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen "1250 Jahre Otting",
veranstaltete der Gartenbauverein am 30. April 1999, gemeinsam mit
den Schul- und Kindergartenkindern einen Tag des Baumes. Zur
Erinnerung an das Festjahr wurde eine "Jubiläumslinde" am
südseitigen Friedhofseingang gepflanzt. Eine große Obstausstellung
am 23. und 24. Oktober, ausgestellt werden mehr als 120 Apfel- und
Birnensorten, bildete den Höhepunkt des Vereinsjahres.
In Anerkennung seiner großen Verdienste um den Gartenbauverein
Otting wird Georg Blank, Molbaum, bei der Frühjahrsversammlung am
23. März 2002 zum Ehrenmitglied ernannt. 1. Vorstand Georg
Unterhauser würdigt die Leistungen von Georg Blank und überreichte
ihm die Ehrenurkunde.
Bei der Frühjahrsversammlung am 27.3.2003 werden
Georg Unterhauser als 1. Vorsitzender, Georg Seehuber als 2.
Vorsitzender, Hedwig Trattler als Kassiererin und Marianne Bösch als
Schriftführerin einstimmig gewählt. Im Beirat sind: Juliane Bösch,
Tettenberg, Erika Maier, Waging, Hermann Mayer, Otting, Fritz
Poller, Mooshäuser und Karl Rhein, Otting.
Ein besonderer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte ist das
100-jährige Bestehen im Jahr 2004.
Im Rahmen einer Maiandacht weiht Pastoralreferent Peter Förg am
24. Mai die neugepflanzte Jubiläumslinde ein. Es spielt die
Musikkapelle Otting.
Beim großen Blumenkorso am Sonntag, den 12. September, den der
Kreisverband Traunstein anlässlich seines 100-jährigen Bestehens
veranstaltet, beteiligt sich der Gartenbauverein mit einem
Gartenzwerg auf einem prachtvollen Festwagen.
Auch bei der Ausstellung "Quer durch den Garten" am 9. und 10.
Oktober 2004 in der Aula der Staatl. Berufsschule in Traunstein,
beteiligt sich der Gartenbauverein Otting mit einer aufwändigen
Obstpyramide. Mehr als 50 Obstsorten, die meisten werden vom der
Fam. Blank in Molbaum zur Verfügung gestellt, ausgestellt.
Im Rahmen eines Festabends, am Freitag, den 22. Oktober 2004, im
Gasthof Oberwirt in Otting wird das 100-jährige Vereinsjubiläum
gebührend gefeiert. 1. Vorstand Georg Unterhauser konnte neben den
vielen Besuchern auch folgende Ehrengäste begrüßen: Bürgermeister
Sepp Daxenberger, Anton Kern, MdL, Bruder Ulrich,
stellvertretender Bezirksvorsitzender und Hans Steiner, 1.
Kreisvorsitzender des Kreisverbandes Traunstein für Gartenkultur
und Landespflege e.V.
Vorstand Georg Unterhauser lässt anhand einer Diaschau die aktive
Vereinsgeschichte revue passieren.
Folgende langjährige und engagierte Mitglieder werden mit der
Goldenen Ehrennadel des Landesverbandes ausgezeichnet: Susanne
Geischeder aus Holzhausen, Anna Kobler aus Holzhausen, Gottfried
Bernhauer aus Holzhausen, Sepp Schreckenbauer aus Dieperting,
Heinrich Thaler aus Partenhausen, Georg Blank aus Molbaum und
Johann Zahnbrecher aus Wintermoning.
Für die musikalische Umrahmung sorgen die Blaskapelle Otting unter
Leitung von Sepp Schreckenbauer und die Ottinger Klarinettenmusi
unter Leitung von Maria Frisch. Johanna Zahnbrecher und Rosi
Seehuber vom Theaterverein Otting spielen den Sketch "mit der
Tomate fing alles an".
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